Oktobermorgen... 15.10.2026

Oktobermorgen. Die Luft riecht kalt und klar. Der Himmel ist wolkenverhangen und grau. Ich schaue hinauf. Der Sperber kreist über meiner Kåta im Gleichklang mit dem Blätterwirbeln. Neben mir krächzt es im Baum. Die Elster sitzt dort und beobachtet mein Treiben. Ihr Auge fixiert mein Wirken und ihr ungeduldiger Ruf wartet auf eine Gabe. Ich gehe ins Haus,hole Erdnüsse und lege sie unter die alte Hauspappel. Der eisige Wind küsst mein Gesicht und fährt durch mein Haar. Ich reibe meine Hände. Sie sind rot und steif von der Kälte. Es ist bitterkalt. Gräser tanzen im Schein des Herbstlichtes golden auf der Wiese und schaukeln sanft um die Kåta. Ich wende mich ihr zu. Es gibt noch viel zu tun, bevor der Winter kommt und alles in sein weißes Schweigen hüllt. Es soll mein Ort der Einkehr in die Stille werden, an dem ich mich mit den Geistern verbinde. Mein Hammer lässt die ersten Schläge erklingen, die die Stille der alten Wälder durchbrechen. Schicht für Schicht wird aus der Birkenrinde eine Haut für mein Bauwerk. Schnee fällt vom Himmel und landet auf meiner Nasenspitze. Ich schaue zum Himmel, öffne den Mund und fange die Flöckchen mit meiner Zunge auf. Schon als Kind liebte ich dieses flüchtige Gefühl der Wandlung von Schnee in Wasser und das Gefühl von Kälte und Wärme, die für einen Wimpernschlag gleichzeitig zu existieren vermochten...
